5 gute Gründe, im Job keine Rampensau zu sein
Um beruflich erfolgreich zu sein, müssen Sie kein Selbstdarsteller sein.Matej Kastelic | shutterstock.com
Viele Arbeitnehmer, gerade der älteren Generation, glauben, sie hätten in Sachen Networking einen Nachteil, weil sie nicht laut und extrovertiert sind – also keine “Rampensau” sind. Die verbreitete Denkweise: “Ich bin zu ruhig, zu normal, zu wenig präsent – so komme ich nie an einen wirklich guten Job.“
Das hält viele Arbeitnehmer klein. Ist aber falsch. Tatsächlich bringen viele introvertierte, eher stille Netzwerker genau die Stärken mit, die heute den Unterschied machen. Echte Karrierechancen eröffnen sich nicht für diejenigen, die am lautesten reden. Sondern für die verstanden werden wollen, statt nur beeindrucken zu wollen. Die folgenden fünf Punkte verdeutlichen, warum Ruhe eine Stärke ist und es sich jobtechnisch nicht lohnt, ständig das Rampenlicht zu suchen.
1. Vertrauen braucht Menschlichkeit, nicht Lautstärke
Menschen entscheiden sich für Menschen, nicht für Lautstärke. Besonders auf dem Arbeitsmarkt zählen Beziehungen, Vertrauen und das Gefühl: “Mit der Person will ich arbeiten”. Das lässt sich am ehesten erzeugen, wenn man wahrnimmt, was den jeweiligen Gesprächspartner bewegt. Anders ausgedrückt: Nicht sofort antworten, sondern zuerst fragen.
Introvertierte äußern sich zwar eher selten, dann aber meist kompetent. Diese Menschen brauchen keine riesige Nebelwolke um sich – und genau das schafft Nähe. Nähe wiederum baut Vertrauen auf und Vertrauen sorgt für Empfehlungen – die wiederum zu Jobs führen, die “unter der Hand” vergeben werden. Und das sind oft die besseren Jobs. Extrovertierte sprechen hingegen häufig viel, liefern schnelle Stories und zeigen viel Präsenz. Das ist auch durchaus in Ordnung, geht allerdings in vielen Fällen mit einer gewissen Oberflächlichkeit einher. Deswegen punkten die “Leisen” oft eher, wenn es um nachhaltige Connections geht. Sie geben Raum und erzeugen Resonanz.
2. Zuhören sticht Reden
In einer Welt, die von Selbstdarstellung geprägt ist, wird Zuhören zur Superkraft. Wer zuhört, versteht. Und wer versteht, stellt die besseren Fragen – wirkt also auch kompetenter und professioneller, ganz ohne Rampensau-Gen. Viele Führungskräfte arbeiten deswegen inzwischen lieber mit Menschen, die aufmerksam zuhören, statt sich selbst zu inszenieren. Davon gibt es schließlich schon genug.
3. Unspektakulär, dafür seriös und glaubwürdig
Laut wirkt oft spektakulär, leise hingegen oft zuverlässig. Menschen, die zurückhaltend netzwerken, vermitteln Stabilität, Klarheit und Bodenhaftung. Sie strahlen Ruhe aus. Sie wirken reflektiert. Das wissen auch Entscheider und Führungskräfte. Nicht selten fallen hinter vorgehaltender Hand Sätze wie: “Ich vertraue eher jemandem, der weniger schwätzt und stattdessen Handfestes liefert.”
4. Substanz, die Türen öffnet
Leise heißt nicht unsichtbar – eher effektiv. Stille Netzwerker punkten regelmäßig mit Qualität. Sie:
bereiten sich gut vor,
interessieren sich wirklich für ihr Gegenüber,
drängen sich nicht auf,
behalten Details im Kopf, und
kommunizieren ehrlich und floskelfrei.
Das macht Eindruck, und zwar den richtigen. Extrovertierte mögen in vielen Fällen deutlich mehr Kontakte “sammeln”, leise Netzwerker bauen hingegen vor allem Beziehungen auf, die tragen.
5. “Beziehungsmenschen” sind gefragt
Der verdeckte Arbeitsmarkt funktioniert über Menschen. Nicht über Lebensläufe, Stellenausschreibungen, oder Selbstmarketing-Shows.Die besten Jobchancen ergeben sich regelmäßig aus Gesprächen und weniger über Bewerbungsportale. Eine ruhige Art öffnet Türen, die sich für Rampensau-Typen oft nie auftun – weil diesen oft das Gespür fehlt. (pg/fm)
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