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ServiceNow – KI-Kontrollturm mit getrübtem Kostenüberblick

width="1024" height="576" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px">Auch bei ServiceNow gibt es nun variable KI-Kosten. Diese erschweren Anwendern einen klaren Blick auf die Kosten, wie Marktbeobachter argumentieren.JHVEPhoto | shutterstock.com



Immer mehr Anbieter gehen dazu über, neben lizenzbasierten Gebühren auch variable Agentic-AI-Kosten in ihre Preisgestaltung zu integrieren. Das gestaltet die IT-Budgetierung deutlich komplexer. Ein typisches (und aktuelles) Beispiel hierfür ist das Lizenzmodell von ServiceNow: Das Unternehmen hat für seine KI-Komponenten nun eine nutzungsbasierte Abrechnung eingeführt. So kündigte der Konzern auf seiner Kundenkonferenz „Knowledge 26“ mit „Action Fabric“ eine neue Komponente seines „AI Control Tower“ an. Dabei wird die Agenten-Nutzung in Form von „Assists“ gemessen und den Kunden in Rechnung gestellt – zusätzlich zu den Abogebühren, versteht sich.



„Kunden erhalten im Rahmen ihres Abonnements eine bestimmte Anzahl von Support-Leistungen und können bei Bedarf weitere hinzukaufen“, erklärte Amit Zavery, COO von ServiceNow dazu. Allerdings variiert die Anzahl dieser Support-Leistungen je nach Agenten-Interaktion. Für die Anwender wird es so diffizil, ihren Verbrauch und damit die Höhe ihrer Rechnung zu antizipieren.



„Das kann potenziell richtig teuer werden“



Branchenexperten sind von diesem Modell allerdings nicht überrascht. „Wir gehen vom SaaS-Zeitalter in eine neue Ära über, in der jedes noch so kleine Detail eines spezifischen Workloads überwacht, gemessen und monetarisiert wird“, meint etwa der unabhängige Tech-Analyst Carmi Levy.



Er rechnet damit, dass dieses neue Zeitalter bei Anwenderunternehmen auf wenig Gegenliebe stoßen wird: „Für CIOs und andere Führungskräfte, die strategische Entscheidungen treffen und Budgets genehmigen, könnte die Aussicht auf zusätzliche, nutzungsabhängige Gebühren ein Ärgernis darstellen. Auch weil das bedeutet, die KI-Nutzung und -Ausgaben genau zu überwachen. Schließlich suchen die meisten Unternehmen aktuell eher nach Möglichkeiten, um Kosten zu senken.“



Für Scott Bickley, Advisory Fellow bei der Info-Tech Research Group, ähnelt die Strategie von ServiceNow der von SAP und Salesforce: „Zusätzlich zur Basislizenz wird auf dem Daten- und KI-Layer verbrauchsbasiert abgerechnet. ServiceNow unterscheidet nun verschiedene ‚Tiers‘ von KI-Fähigkeiten. Jede Stufe umfasst dabei ein bestimmtes Maß an Funktionalität und – da bin ich mir sicher – ein eigenes Preisgefüge.“



CFOs wird das wahrscheinlich nicht mit Glück erfüllen, meint Bickley und warnt: „Finanzentscheider sind weder Fans von schwankenden Preisen noch von unvorhergesehenen Ausgaben. Wenn ein autonomer Agent in einen Retry-Loop gerät und bei jeder Iteration Assist Credits verbraucht, kann das potenziell richtig teuer werden.“



Wie der Service von den Kunden aufgenommen wird, hänge laut dem Analysten davon ab, wie fähig diese seien, das Preismodell von ServiceNow zu entschlüsseln und mit Business-Anwendungsfällen abzugleichen: „Wenn Unternehmen die Kosten nicht vorhersagen und das Verhältnis von Budget zu Wert über einen längeren Zeitraum nicht aufrechterhalten können, werden sie nicht dabeibleiben.“



Anwendern rät Bickley, besonders genau auf ihre Verträge zu achten. Das sei in diesem Fall jedoch nicht immer einfach: „Den Lizenzierungsmetriken von ServiceNow mangelte es in der Vergangenheit an Klarheit darüber, was unter ‚eligible objects‘ fällt – und wie die Dinge im Detail gemessen werden.“ (fm)



Dieser Artikel ist im Original bei unserer Schwesterpublikation CIO.com erschienen.